OSSEOINTEGRATION

Mit Osseointegration wird die Fachdisziplin bezeichnet, in der künstliche statisch belastbare Prothetikprodukte direkt in den Knochen eingesetzt werden, wobei die Titan-Halterungsschraube sich mit dem umgebenden Gewebe verbindet. Das Verfahren wurde ursprünglich schon in den Fünfziger Jahren in der Zahnbehandlung entwickelt, als man zum ersten Mal Titan-Zahnimplantate in den menschlichen Kieferknochen integrierte. Heute findet die Osseointegration außer beim Anschluss von Hörgeräten auch in der Bein-, Arm- und Gesichtsprothetik Anwendung.

Eine leistungsfähige Kooperation zwischen Gesundheitswesen, Forschung und medizinischer Industrie hat bereits zu einer Reihe von Fortschritten auf diesem Gebiet geführt. Nach neuester Definition gilt ein Implantat dann als „osseointegriert”, wenn es zwischen Knochen und Implantat nicht zu einer zunehmenden Relativbewegung kommt. Dies besagt im Kern, dass ein Verankerungsmechanismus, der allen üblichen statischen Belastungen standhält, in den lebenden Knochen eingesetzt wird.

Bislang sind bereits mehr als 100 Amputierte mit Osseointegrationsverfahren behandelt worden - in den meisten Fällen mit ausgezeichnetem Ergebnis. Durch die Verankerung der Prothese im Knochen lassen sich viele der Probleme ausschalten, die mit einem Prothesenschaft auftreten könnten. Das Verfahren ist eine gute Alternative für oberschenkelamputierte Patienten mit einem sehr kurzen Beinstumpf wie auch in Fällen einer operativen Revision unter Einschluss des Oberschenkels.
Das chirurgische Verfahren gliedert sich in zwei Etappen. Dabei wird in der ersten Etappe eine „Halterung“ genannte spezielle Titanschraube in die Knochenmarkhöhle des Beinstumpfes eingesetzt. Sechs Monate später wird in der zweiten Etappe eine „Widerlager“ genannte Titanverlängerung an den Boden der Halterung befestigt und durch ein Loch in der Haut nach außen geführt. Anschließend wird die Prothese an dieses Widerlager befestigt.

Wie bei allen chirurgischen Eingriffen besteht auch hier ein Risiko von Komplikationen, die eine Änderung des Vorgehens erzwingen oder die Ergebnisse beeinträchtigen können. Im Idealfall jedoch erlangt der Prothesenträger die sogenannte Knochenwahrnehmung wieder und kann dadurch die verwendete Prothese deutlich besser beherrschen. Heute wird das Behandlungsverfahren der Osseointegration zunehmend praktiziert. Um alle Vorzüge des Verfahrens ausschöpfen zu können, wird für die Osseointegration eine hochentwickelte Prothese benötigt. Dieses vielversprechende Behandlungsverfahren für Amputierte ist in Göteborg (Schweden) sehr weit entwickelt worden. Unlängst hat man in weiteren Ländern mit seiner Einführung begonnen.

TITAN

Dieses sehr feste Element wurde 1791 entdeckt. Es trägt seinen Namen nach den Titanen – in der griechischen Mythologie die Söhne des Himmelsgottes Uranus und der Erdgöttin Gaia. Titan ist ein hartes und glänzendes Metall. Es besitzt die gleiche Festigkeit wie Stahl, dabei aber eine bedeutend geringere Dichte. Es findet Anwendung als Legierungsbestandteil für Leichtmetallteile im Flugzeugbau und auch in der Herstellung von künstlichen Hüftgelenken.

Osseointegration - Linkes Bein

Osseointegration - Linkes Bein

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